Als Hobby-Radfahrer wissen wir genau, dass es mit der ‘Leistung’, die wir auf dem Rennrad erreichen, nicht viel auf sich hat. Das ist ja auch der Grund, warum wir - mein Bruder Garikai und ich - unsere Socken-Website ins Leben gerufen haben. Egal, ob man die Straße mit dem Rad abfährt oder nach 15 Kilometern eine Kaffeepause einlegen will, Hauptsache, man sieht auf dem Rad gut aus. Mit hübschen Socken mit lustigem Aufdruck so.

Aber es gibt auch Momente, in denen wir uns als Radfahrer ernster nehmen. Dass wir stolz darauf sind, eine Polderrunde mit einem 35er-Durchschnitt absolviert zu haben oder eine gute Zeit auf der virtuellen Alpe du Zwift (die wir gezwungenermaßen öfter befahren als die reale) erzielt zu haben. Alpe d'Huez). Dann ist es auch notwendig, dass wir mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. So geschehen im letzten Sommer bei einer Tour mit Andrea Tafi und Johan Museeuw, zwei großen Radsporthelden aus ‘vergangenen Tagen’.

Radfahren mit Andrea Tafi in der Toskana

Garikai zusammen mit Andrea Tafi in der Toskana
Garikai zusammen mit Andrea Tafi in der Toskana

Zunächst ein Wort dazu, wie wir zu dieser Tour gekommen sind: Einige Monate zuvor war Garikai in der Toskana im Urlaub und wohnte im Übernachtung mit Frühstück Von Tafi. Für diejenigen, die Andrea Tafi nicht kennen: ein jovialer Italiener, der sowohl die Flandern-Rundfahrt als auch Paris-Roubaix gewonnen hat. Während einer Fahrt durch die schöne toskanische Landschaft lud Tafi Garikai ein, im August in die belgischen Ardennen zu kommen. Dort organisierte er die ‘Andrea Tafi Mapei Radtour’, an der auch Johan Museeuw teilnehmen würde. Für diejenigen, die Johan Museeuw nicht kennen: belgischer Volksheld, ehemaliger Weltmeister, mehrfacher Gewinner von Roubaix und De Ronde und unter Radsportfans als ‘Löwe von Flandern’ bekannt.

Andrea Tafi Mapei Cycling Tour mit Special Guest De Leeuw van Vlaanderen

Wir beschlossen, diese Einladung nicht auszuschlagen und meldeten uns an einem sonnigen Samstagmorgen begeistert in einem Dorf in der Nähe von Lüttich. Mit den beiden Radsportlegenden und etwa 100 anderen Enthusiasten machten wir uns auf eine etwa 120 Kilometer lange Fahrt durch das wallonische Hügelland. Der erste Teil, so hatten wir verstanden, würde in einem ‘sanften Tempo’ erfolgen. Dann, nach der Verpflegungsstation, würde das Tempo in Richtung Zielbier verschärft werden. Nun, dieses gemächliche Tempo war schon ziemlich hart für uns; dreißig im Durchschnitt, mit ständigen kurzen und längeren Anstiegen. So etwas machen wir nicht jeden Tag. Den ‘Veteranen’ schien es leicht zu fallen, sowohl Tafi als auch Museeuw waren weit über fünfzig. Im Falle des durchtrainierten Italieners ist das nicht verwunderlich, aber der ‘Löwe von Flandern’ war etwas weniger angespannt als in seiner Profikarriere.

Jedenfalls: Als nach der Pause jeder für sich war, sahen wir die beiden Herren nicht wieder. In einem - für uns - angenehmen Tempo düsten wir dem Ziel entgegen, wo die ehemaligen Profis schon eine Weile Bier tranken. Etwa eine halbe Stunde, haben wir ausgerechnet, als wir hinterher einige Strava-Ergebnisse verglichen haben. Unser in der letzten Zeit mühsam aufgebautes Selbstvertrauen war damit auf einen Schlag vernichtet worden. Und da es unsere Sockenfirma damals noch nicht gab, sahen wir auch nicht gut aus. Wie konnten wir dem Ganzen noch eine positive Wendung geben? Zum Glück stellte sich das als einfacher heraus als gedacht. An einem Tisch sitzend, hörten wir Museeuw ein wenig über das hohe Tempo schimpfen: “Am Ende ging es mir doch ein bisschen zu schnell.”

Bier im Ziel nach der Andrea Tafi Mapei Cycling Tour
Bier im Ziel nach der Andrea Tafi Mapei Cycling Tour

Nun, das könnten wir gebrauchen. “Wie war deine Fahrradtour?” “Lief sehr gut. Wir sind den Löwen von Flandern auf einem Haufen geradelt.”

Ob Sie nun hart radeln oder nicht, Hauptsache, Sie sehen gut aus. Und Sie wissen, wie Sie eine gute Geschichte daraus machen können, wenn Sie zügig abgeradelt werden.

Jelger van Weydom

Pedaleur de Charme